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Teppicharten

Berberteppich-Arten: Beni Ourain, Mrirt, Boujaad und Azilal

Region, Flor und Farbe: was jeder Name verrät.

Von Zarbish · · 6 Min. Lesezeit

Ein Berberteppich trägt den Namen der Region oder des Stammes, der ihn geknüpft hat, und vier Namen decken fast alles ab, was heute angeboten wird: Beni Ourain, Mrirt, Boujaad und Azilal. Alle vier sind handgeknüpfte Florteppiche aus Wolle, und schon der Name sagt, wie hoch der Flor ist, welche Farben ihn prägen und wie das Muster auf dem Feld liegt. Der Kelim gehört zu einer anderen Familie: Er ist flach gewebt und hat keinen Flor.

Geordnet werden die Arten zuerst nach dem Gelände. In den Bergen des Mittleren und Hohen Atlas knüpfte man für kalte Böden, aus der Wolle der eigenen Herden und oft ungefärbt. In den Ebenen darunter kamen Färben und Farbe hinzu. Zarbish entwirft seine Kollektionen aus diesen Linien, und Jibal bleibt den Bergen am nächsten.

Das Wichtigste

  • Ein Berberteppich trägt den Namen der Region oder des Stammes, der ihn geknüpft hat, und dieser Name verrät Flor, Farben und Musterbild.
  • Vier Florarten decken fast alles ab, was als Berberteppich angeboten wird: Beni Ourain, Mrirt, Boujaad und Azilal; ein Kelim ist flach gewebt und hat keinen Flor.
  • Die Bergteppiche aus dem Mittleren Atlas sind aus ungefärbter Wolle, der Azilal setzt Farbe auf Elfenbein, der Boujaad aus der Ebene ist der farbigste.
  • Drehen Sie den Teppich um: Ein geknüpfter Teppich zeigt sein Muster Knoten für Knoten auf der Rückseite, ein Kelim zeigt es auf beiden Seiten gleich.

Die wichtigsten Arten von Berberteppichen

Die Tabelle liest sich zeilenweise: Die Region bestimmt Wolle und Farben, die Farben bestimmen das Bild.

ArtRegionFlorFarbenBild
Beni OurainNordöstlicher Mittlerer AtlasHoch, weichUngefärbte Wolle in Elfenbein, Linien in Dunkelbraun oder SchwarzLinien und Rauten auf hellem Grund, manchmal ganz ohne Muster
MrirtZentraler Mittlerer AtlasDicht, schwer, samtigÜberwiegend ungefärbte WolleRuhige Fläche, zurückhaltende Geometrie
BoujaadEbenen am Fuß des Mittleren AtlasMittelWarme, satte FarbenFreie Rauten und Zeichen, oft aus der Mitte gerückt
AzilalHoher AtlasKürzerElfenbein mit farbigen MotivenFrei gesetzte Symbole
KelimAtlas und SüdenKein Flor, flach gewebtBreit, oft gefärbtStreifen und klare Geometrie, oft beidseitig

Die vier Florarten im Einzelnen

Beni Ourain

Ein Beni-Ourain-Teppich ist ein hoher, weicher Wollteppich aus dem nordöstlichen Mittleren Atlas, geknüpft aus ungefärbter, elfenbeinfarbener Wolle, durchzogen von Linien, Rauten oder Gittern in Dunkelbraun oder Schwarz. Der Flor ist lang und locker, gemacht für Bergwinter, und viele alte Stücke tragen kaum ein Muster. Symmetrisch sind die Zeichen selten: Eine Raute wird schmaler, eine Linie zögert, eine Reihe endet vor dem Rand. Genau diese sichtbare Hand macht ihn in einem hellen Raum so stark.

Zwei Zarbish-Kollektionen führen diese Linie weiter. Jibal setzt Rauten und Linien zu klareren Kompositionen zusammen, Dune behält das helle Feld und überlässt der Wolle die ganze Wirkung. Alle Entwürfe dieser Familie finden Sie unter den Beni-Ourain-Teppichen.

Mrirt

Der Mrirt-Teppich ist nach der Gegend um Mrirt im zentralen Mittleren Atlas benannt, wo die Stämme, die man zusammen Beni Mrirt nennt, einen dichten, schweren, samtigen Flor knüpfen, meist aus ungefärbter Wolle. Wo der Beni Ourain locker und lang ist, ist der Mrirt fest gepackt: Er fühlt sich unter dem Fuß fester an und liegt flacher. Kein anderes Paar wird so oft verwechselt, und die Hand auf dem Flor unterscheidet sie sofort.

Die Kollektion Terrain ist die Zarbish-Lesart dieser Linie. Ihr geschnitzter Flor in Hoch und Tief ist eigenständig: eine Art, der dichten Wolle das Relief einer Landschaft zu geben, wo die Tradition eine gleichmäßige Fläche kennt.

Boujaad

Der Boujaad stammt aus den Ebenen am Fuß des Mittleren Atlas, rund um die Stadt Boujaad. Die Familien dort knüpften einen mittelhohen Flor in warmen, kräftigen Tönen, Rot, Rosa, Orange, mit Rauten und Zeichen, die frei und wie in Bewegung gesetzt sind. Ein alter Boujaad ist oft verblasst, von leuchtend zu sanft, und gerade das macht heute einen großen Teil seines Reizes aus.

Aus dieser Linie entsteht die Kollektion Bloom: Farbe als Freude des Hauses. Teppiche, in denen die Farbe führt, finden Sie quer durch alle Kollektionen unter den bunten Teppichen.

Azilal

Ein Azilal ist ein handgeknüpfter Teppich aus dem Hohen Atlas, benannt nach der Region um die Stadt Azilal. Sein Grund ist elfenbeinfarben wie beim Beni Ourain, doch der Flor ist kürzer und das Muster spricht durch Farbe: Rot, Rosa, Blau, Gelb und Orange, frei gesetzt, oft aus Baumwolle ebenso wie aus Wolle. Geknüpft wurden sie für das eigene Haus, und die Zeichen lesen sich wie eine persönliche Handschrift, selten wiederholt. Zarbish fertigt keine Azilal-Teppiche; kennen sollten Sie die Art trotzdem, denn sie wird gern als Beni Ourain verkauft.

Kelim, Boucherouite und andere Namen

Ein Kelim ist ein Flachgewebe: kein Flor, das Muster entsteht aus dem farbigen Schuss, so dicht angeschlagen, dass die Kette verschwindet. In Marokko heißt ein flach gewebter Teppich oder eine Decke auch Hanbel. Leichter, dünner und oft beidseitig verwendbar, zeigt der Kelim seine Geometrie mit scharfer Kante: Bänder, Streifen, kleine Rauten. Zarbish knüpft ausschließlich Florteppiche und hat daher keinen Kelim im Programm.

Drei weitere Namen tauchen in Angeboten auf. Ein Boucherouite ist ein Flickenteppich, geknüpft aus Streifen alter Stoffe, bunt und patchworkartig, und kein Wollteppich. Teppiche aus Taznakht und dem Glaoui kommen aus dem Süden, dicht und warm im Ton; der Glaoui verbindet Flor und Flachgewebe auf einer Fläche. Der Beni Mguild schließlich ist ein schwerer Florteppich aus dem Mittleren Atlas, oft in tiefem Rot und Violett.

Geometrie als gemeinsamer Faden

Berber ist der Familienname über allen diesen Teppichen: Beni Ourain, Mrirt, Boujaad und Azilal gehören zur amazighischen Webtradition Marokkos, in den Bergen wie in den Ebenen. Was sie verbindet, ist die Geometrie: Rauten, Gitter, Karos, Zickzacklinien und kleine Zeichen, Reihe für Reihe aufgebaut, weil ein geknüpfter Teppich auf einem Raster entsteht.

Zwei Zarbish-Kollektionen gehen von dieser gemeinsamen Geometrie aus statt von einer einzelnen Linie. Dama nimmt das Schachbrett, das Spiel, das man in der Darija Dama nennt, und lässt es frei atmen; Mozaik schöpft aus dem Zellige und der marokkanischen Architektur, wie Aman mit seinen gestuften Zickzacklinien.

So erkennen Sie die Art eines Berberteppichs

Ein Foto und eine Minute mit dem Teppich genügen meist. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Die Oberfläche ansehen. Hoch und zottig deutet auf Beni Ourain, dicht und samtig auf Mrirt, ein kürzerer Flor mit Farbe auf Elfenbein auf Azilal, flach mit klaren Streifen auf einen Kelim.
  2. Den Teppich umdrehen. Ein geknüpfter Teppich zeigt sein Muster auf der Rückseite, Knoten für Knoten. Ein Kelim zeigt auf beiden Seiten dasselbe Bild.
  3. Den Grund lesen. Ungefärbtes Elfenbein mit dunklen Zeichen gehört zu den Bergteppichen des Mittleren Atlas, Elfenbein mit farbigen Motiven zum Azilal, ein Feld in warmen Farben zum Boujaad.
  4. Das Gewicht prüfen. Ein Mrirt ist schwer für seine Größe, ein Beni Ourain weich und luftig, ein Flachgewebe lässt sich falten wie eine Decke.
  5. Die Faser fühlen. Ein Wollbüschel federt zurück und riecht leicht nach Lanolin. Motive aus Baumwolle sprechen für einen Azilal, gemischte Stoffe für einen Boucherouite.

Die Größe richtet sich nach den Möbeln, nicht nach der Art: Unser Größenratgeber nennt die Maße Raum für Raum.

Was heißt Vintage bei einem Berberteppich?

Vintage bezeichnet einen Teppich, der geknüpft und in einem Haus benutzt wurde, bevor er auf den Markt kam, meist vor einigen Jahrzehnten; „antik“ bleibt deutlich älteren Stücken vorbehalten. Das Wort sagt etwas über das Alter, nicht über die Art: Es gibt Vintage-Teppiche aus Beni Ourain, Azilal und Boujaad gleichermaßen. Ein Vintage-Stück trägt sein Leben in sich, weichere Farben, abgetretenen Flor, alte Ausbesserungen. Beurteilen Sie es wie einen neuen Teppich, mit den Schritten oben, und sehen Sie sich Ränder und Enden genau an, denn dort beginnt der Verschleiß.

Welche dieser Arten zu Ihrem Raum passt und worauf es bei Größe, Wolle und Farbe ankommt, zeigt unser Ratgeber Welcher Teppich für das Wohnzimmer.

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